Rassismus, Sexismus – Alltag in meinem Nebenjob

März 25, 2013 § 6 Kommentare

Neben dem Studium arbeite ich in einer kleiner Bar, die jeden Abend ziemlich gut besucht ist. Das Klientel ist sehr gemischt, wenngleich auch die Stammkunden das Klischee einer reinen Säuferkneipe bilden. Es gibt da so eine handvoll ältere Männer, die wirklich so gut wie jeden Abend einen Schnaps nach dem nächsten bechern. Umso später die Nacht, desto unwohler fühle ich mich dort.
Es wird viel gejammert, die Stammtischparolen werden ausgepackt und die Bedienungen angegraben. Ja, Achtung. #Aufschrei Eine Kollegin und ich hatten bereits mehrere Gespräche mit unserem Chef, weil man meinte uns einfach so anfassen zu müssen. Unser Chef schien zwar verständnisvoll, aber geändert hat sich bisher nicht viel.

Zu allem Überfluss ist nun letzte Woche etwas dazu gekommen, was mich nur noch mehr aus dem Ruder wirft. Ich gehe seit dem mit Bauchschmerzen zur Arbeit.

Es war eigentlich eine ganz normale Schicht. Wir liefen regelrecht Marathon, weil der Laden am Wochenende einfach brechend voll ist. Man könnte meinen ich hätte mich langsam mal daran gewöhnen müssen, aber das schaffe ich einfach nicht. Genauso wenig schaffe ich es nicht, mich jemals an diese rassistischen Äußerungen zu gewöhnen die mir selbst in Berlin fast täglich entgegenschlagen.
Ja, ich habe ein asiatisches Aussehen. Aber ich bin Deutsche. Ich spreche deutsch fließend, habe keinen Akzent, habe den deutschen Pass, wurde hier geboren und studiere.

Und trotzdem war da diese kleine Truppe von Männern um die 30, die meinten mich erstmal von oben bis unten begaffen zu dürfen… um dann einen Spruch nach dem anderen loszulassen. Jedes Mal wenn ich in ihrer Nähe war. Bevor ich mit meiner Kollegin den Tisch tauschte, musste ich sie auch einige Male bedienen. Sie sprachen permanent in einem ganz langsamen brüchigen Deutsch mit mir. Sätze wie: „Du verstehen? Ich wollen das hier. Daaas hiiiieeeeer.“, dabei mit dem Finger auf die Karte tippend. Als ich ihnen sagte, dass ich sie sehr gut verstehen würde, lachten sie und einer sprach zu einem Anderen: „Hast du gehört was die Thai-Nutte da gesagt hat?“ – in diesem Moment war ich so perplex, dass ich einfach geflüchtet bin. Den ganzen Abend über folgten aus der Ferne ähnliche Beleidigungen.

Heute Abend beginnt die nächste Schicht.

Advertisements

Tagged:, , ,

§ 6 Antworten auf Rassismus, Sexismus – Alltag in meinem Nebenjob

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Rassismus, Sexismus – Alltag in meinem Nebenjob auf (I AM THE OCEAN).

Meta

%d Bloggern gefällt das: